Ich kam zurück, um auf Wiedersehen zu sagen.

Ich vernahm den Geruch eines Neuanfangs. Es roch genauso wie in der Zeit als ich ein Welpe war. Ich weiß was das zu bedeuten hat.
Der Winter wurde überholt, und nun kehren die Vögel zurück. Stürme kündigten eine Säuberung des Landes an. Und nun ist es an der Zeit für mich, zu gehen. Mein wahres Leben beginnt erst jetzt.

Ich besuche meine Heimat. Ein sehr flaches Land, nur schwach geschmückt von Bäumen, einem Bach, und weit und breit kein Hügel in Sicht.

Für jeden Fleck an diesem Ort fallen mir Geschichten ein. Dinge die ich erlebt hatte.
Ich erinnere mich an die Zeit wie ich als Welpe in diesem Ort spielte. Wie ich hier zu jemanden anwuchs der versuchte das Leben kennenzulernen. Und letztendlich bildete ich mir dies nur ein.

Ich bereue es mein Leben hier nicht gut genug geschätzt zu haben, denn ich weiß, ich werde meine Heimat vermissen. Mit jedem Grashalm.

Ich dachte niemals dass es dazu kommen würde. Aber ich werde hier für eine lange Zeit nicht mehr sein. Ich weiß nicht wie lange, oder wann ich wieder kommen würde.
Ich weiß aber, dass ich es tun werde.

Ich liebe meine Heimat. Doch jetzt beginnt ein neues Leben für mich.

Ich kam zurück, um auf Wiedersehen zu sagen.

Dunkle Vergangenheit

Es gibt nichts was mich mehr am Leben erhält als die Liebe.

Ich habe den Schatten meiner Vergangenheit hinter mir gelassen. Ich habe versucht immer das Beste zu geben.
Aber ich fühle mich als würde es mich verfolgen. Als würde ich davor nicht wegrennen können was mich in der Vergangenheit quälte. Diesmal nicht, dafür bin ich nicht schnell genug.

Ich wollte alles geben, habe am Ende aber doch alles fallen lassen. Wie werde ich das wieder gut machen?
Es sieht zwar aus als würde es sich bessern.. Aber ich habe Dinge verloren, wichtige Dinge von Wölfen die mir viel bedeutet hatten. Vertrauen.

Ich bin zufrieden hier. Aber ich habe das Gefühl, dass mich meine Vergangenheit einholen könnte wenn ich nicht auffasse. Das wenn ich alles verliere, wieder am Anfang starten werde. Am Beginn meiner Reise.

Ich werde dafür sorgen dass das nicht passiert.

Vielleicht werde ich bald einen gewissen Hintergrund in dieser Welt entdecken. Einen Felsen den ich überspringen kann und meine Vergangenheit da bleibt wo sie hingehört.

Hinter mir.

Die Harmonie der Fantasie

Man merkt gar nicht in welcher Welt man lebt, wenn man mehrere davon besitzt.
Ob real, im Kopf, oder gar eine andere Person.
Diese Welten reiben aneinander und beeinflussen sich gegenseitig.
Einst wollte ich die eine Welt aufgeben, die andere vergaß ich vollkommen, und die letzte existierte damals noch nicht. Alle gleichzeitig auf erhalten ist nicht leicht, aber wichtig.

Doch führt man sie alle ineinander, entsteht etwas großartiges. Man fühlt sich lebendig, es scheint zu unglaublich um wahr zu sein. Es ist wie als würdest du seelenruhig schlafen. Dir kann nichts mehr passieren.
Doch sobald sie sich wieder trennen, merkt man erst wie großartig es war. Und das Leben entfernt sich immer weiter von einem. Wie ein Albtraum in dem man fällt, aber es findet kein Ende. Gefesselt an dem Willen deines Unterbewusstseins, wirst du aus deinem Leben gezogen, entfernst dich immer weiter, und am Ende ist es nur noch dunkel. Nichts weiter.

In der Situation musst du spielen, wieder beginnen die Welten einzeln zu durchleben. Solange, bis du wieder die Möglichkeit findest sie zusammenzuführen. Es ist ein Kreislauf der sich immer wieder wiederholen wird. Doch würde nur eine Welt fehlen, könnte dies schon alles auseinanderbrechen.

Ich wache auf. Ich liege vor einer Waldgrenze, es ist Nacht.
Ich sollte mich jetzt wohl mehr dieser Welt widmen. Es ist lange her.

Ich werde dich nie vergessen.

Das Leben, nach deinem Tod

Ich befinde mich hoch oben auf einem Gipfel. Ich schaue hinab wie sich die Wolken unter mir bewegen. Wie die Welt sich bewegt und lebt.
So sieht unsere Welt aus. Und sie hat wohl noch viel mehr zu bieten. Das Leben geht weiter. Aber sich vorzustellen, dass es das für andere nicht tut?

Es ist jemand gestorben. Er war nicht mein Freund, aber ein Freund meiner Freunde. Und ein guter Bekannter, meinerseits.
Ich versuche zu helfen wo ich nur kann. Ich beschäftige mich mit der Trauer jener die sie umgibt. Niemand hatte das gewollt.
Nun schaue ich herab. Betrachte diese Welt von einem Blickpunkt wie ich ihn nie gesehen hatte. Und ich frage mich, wie es für ihn wohl weiter ginge. Wieso hat er diese Welt verlassen?

Diese Welt ist wunderschön. Ich weiß nicht ob er das genauso sah. Aber wenn man abseits des Lebens schaut, abseits dessen was in dieser Welt zerstört wird, abseits jener schädlichen Lebensart, abseits dem Fakt dass sich diese Welt selbst vernichtet.. Ist das eine wunderschöne Welt. Ich hoffe, er wusste das.

Ich denke, meine Reise wird weiter gehen. Plötzlich weiß ich, dass ich noch nicht ganz fertig bin. Dass ich noch viel zu wenig gesehen habe. Ich werde weiterziehen, und den Ort verlassen auf ewig in Gedenken an den jemanden, der mich hierhin führte.

Auf dass man sich bald wiederfindet, Murdoc.

 

 

Dieser Beitrag ist Murdoc gewidmet, der am 24. Mai 2011 bei einer Nierentransplantation verstarb.
Ich kannte ihn nicht sehr gut, und doch war er jemand unvergessliches.
Für immer in Gedanken, im Bund des damaligen Wolf’s Rain Forums, und all deiner Freunde.

Neubeginn

Wälder, große Steppen, viel Nahrung und viel grüne Landschaft. Es ist eine Heimat wie man sie sich nur wünschen kann.
Dieser Ort erstreckt sich weit über das Land. Wo und wann endet es? Wann erfahre ich neue Dinge?
Ist das der Ort den ich gesucht habe? Oder ist der tatsächliche noch weit entfernt? Ich weiß es nicht, ich bin glücklich hier. Aber es ist einfach zu groß um nun wirklich meinen Platz darin zu finden.

Meine ganze Reise erstreckte sich über gefährliche, kalte und gar heiße Orte. Ich war über Jahre sehr gepeinigt, niedergeschlagen und hatte immer auf das Glück gehofft. Ich habe mich beinahe selbst ermordet auf meiner Reise, nur um meinen Weg, oder meinen Platz zu finden. Ich fragte mich immer warum ich soweit reise, um etwas zu finden was vermutlich niemals existierte.
Es hat sich so viel wie aber auch wenig verändert. Nun bin ich wieder hier, ich stehe am Anfang der Dinge.
Ich weiß ich kann aus dieser Welt etwas großartiges machen. Ich kann meinen Weg besser wählen als zuvor. Aber würde ich dann auch woanders enden?

Ich werde nun versuchen für jeden den ich zurückgelassen habe da zu sein. Ich werde mir von hier aus ein neues Leben bilden. Ich denke ich habe meine Welt gefunden.

Meine Reise ist nicht zu ende. Das wird sie niemals sein, nur über meine Leiche. Aber ich sehe schon, es wird länger nichts mehr zu erzählen geben. Ich weiß nicht für wie lange. Das kommt ganz darauf an..
..wie schnell ich reise.

Ganz egal wie weit du reisen wirst. Am Ende gelangst du wieder dort wo du angefangen hast. Ganz egal was du durch machst, dein Leben kann und wird sich immer zum Positiven bewegen, solange du nicht aufgibst.
Es ist wie eine Zeitreise. Irgendwann stehst du am selben Punkt wo du auch angefangen hattest. Aber diesmal bist du dir besser bewusst darüber was du tust. Das ist Erfahrung.
Dein Leben und deine Hoffnung ist es nicht wert aufzugeben. Du musst dich nur fragen, wohin du willst.
Dein Leben gehört dir.
Nun, RENNE!

Glück?

Das Verband rutscht mir sanft von den Schultern. Es hat viel Blut aufgefangen.
Ich atme auf, wie ich spüre dass mein Körper nun wieder an der freien Luft ist, ein gutes Gefühl. Die Wunde ist verheilt, ich kann mich wieder gut bewegen! Es mangelt nur an manchen Feinheiten.
Ich bin froh, dass es endlich dazu gekommen ist! Es kann endlich gescheit weiter gehen!

Es ändert sich in letzter Zeit nicht sehr viel an meiner Situation. Wälder, Berge, Steppen und wieder Wälder.
Ich wandere momentan lieber durch Nächte. Es ist sehr ruhig, aber auch sehr lebendig hier. Es sieht aus als wäre es einfach perfekt hier. Einfach schön.
Die Bäume wachsen kräftig aus dem Boden. Jedes Stückchen dieser Natur scheint froh zu sein, hier sein zu können. Es ist, als würde mich etwas glückliches umschwirren.
Es erinnert an die Heimat, und es weckt auch manche schöne Erinnerungen in mir.

Aber ich fühle mich hier nicht beheimatet. Das ist es einfach nicht..
Meine Heimat war nicht so schön wie dieses Land. Aber gerade das ist es, was es zu meiner Heimat machte.
Ich bin gerne hier.. aber es fehlt etwas.

Sich gut zu fühlen, bedeutet nicht, sich gut zu fühlen.

Stille Erinnerung

Der Tannenwald pflegt eine ruhige Nacht.
Hier ist nichts, nur die Sterne leuchten am Himmel. Der Wald umgibt mich mit Dunkelheit, aber der Vollmond scheint von oben für genug Licht in der Nacht.

Diese Nacht erinnert mich an lang vergangene Zeiten. An Zeiten wo ich noch von Fantasie schwärmte. Wo ich glaubte, die Bäume seien Riesen, die nur Nachts wandern, aber zum Morgengrauen wieder auf der alten Stelle stehen.
Damals als ich noch mit meinem Vater zusammen lebte. Ich brauche nur in den Himmel zu sehen um mich daran zu erinnern, welche Reisen wir damals antraten.

Ich war damals noch sehr jung. Es sind manche meine aller ersten Gedanken.
Immer wenn ich mich daran erinnere, und dieses Gefühl spüre wie der warme Wind durch mein Fell fegt, fühle ich einerseits Trauer, andererseits wie neugeboren. Nur dass diese Wiedergeburt immer wieder mit der Trauer verbunden wird, die ich aus meinem Leben nicht entfernen kann. Sie ist immer da, und sie wird nicht vergehen.
Wie eine Erinnerung so demotivierend und motivierend zugleich sein kann, ist mir ein Rätsel. Aber es stimmt, ich werde motiviert.

Ich genieße den Rest dieser Nacht, schwelge weiter in meinen Erinnerungen.
Eine schöne, und traurige Nacht zugleich.

Ein Held muss nicht über gut und böse nachdenken. Ein Held tut das Gute weil er überzeugt davon ist.