Ich gebe nicht auf

Ich breche aus. Jetzt!
Ich habe mich lange genug in den Ranken festhalten lassen. Ich habe lange genug meine Umwelt vernachlässigt und in Selbstmitleid gebadet.
Ich nehme mir wieder zurück was mir gehört. Ich gebe wieder zurück, was ich anderen Schuldig bin.
Ich werde leben.

Ich richte mich auf. Ich trotze jeden Schmerz und jedes Ziehen an meinem Körper. Die Pflanze klammert sich enger um meinen Körper, die Dornen dringen tiefer ein. Jetzt ist der Moment gekommen meine Stärke zu beweisen und dem Wesen zu trotzen, welches mich verschlingen möchte. Jetzt darf ich nicht Schwach werden.
Ich beiße mich durch die dornbesetzten Ranken und reiße mir jeden Ast vom Körper, ich kämpfe.
Das hier ist nicht der Ort und nicht die Zeit zum Sterben. Ich werde leben.
Ich befreie mich von allem was mich festhält während ich mich von der Falle fortbewege. Ich fange an zu rennen, immer schneller.

Ich sehe einen Ausweg. Alles steuert darauf zu. Ich werde schneller, während ich die Falle hinter mir lasse. Gleich habe ich es geschafft.
Ich entkomme an den Waldrand, ich bin frei. Ich mache halt, atme die frische Luft und genieße das Licht. Mein Fell sträubt sich vor Entspannung.
Ein Blick darauf zurück, was mich fast mein Leben kostete, ein düsterer Ort.

Ich werde nun nicht ziellos herumlaufen. Diesmal weiß ich wohin ich will.

Ich werde zurückkehren.

iyby

Der Wolf ist wieder frei.
Ich werde leben.

Wille

Ich finde keinen Ausweg.
Ich befinde mich in einem dunklen Wald, so eng und verschlungen dass man nach jedem beschrittenen Ast nur noch mehr bedornte Äste sieht. Ich komme nur mit Mühe und stolpern voran. Die Äste wirken als würden sie nach mir greifen.
Diese Pflanzen sind kein Frieden für mich. Sie dienen wie eine große Fliegenfalle die sich um jede Nahrungsquelle zu wickeln scheint.

Es wächst in einer beachtlichen Geschwindigkeit immer dichter um mich. Träume ich? Die zugetragenen Kratzwunden jener Dornen sitzen tief im Fell und schmerzen mir stark, einige Wunden wurden bereits taub. Ich weiß nicht was mir lieber ist.

Wohin auch immer ich gehen wollte, ich befinde mich am Ende dieses Weges. Hier wird es nicht weiter gehen. Zurück kann ich nicht.
Wenn ich hier nicht heraus komme, würde ich verschlungen werden.

Ich werde nicht aufgeben…

Der Vergessene ist trauriger als der Verstorbene.

Kampf zweier Seelen

Ich dachte das würde es nie geben.

Ich habe mein Leben damit verbracht Anderen Gutes zu tun, doch nun muss ich fürchten Andere zu verletzen.
Ich bin befallen, von etwas Bösen. Es sitzt in meinen Kopf, es schwächt mich, mein Geist gibt nach, es ermüdet mich, doch gleichzeitig verspricht es mir Stärke.

Doch nichts hat mich mehr in die Irre geführt als diese Krankheit. Ich finde keine Hilfe. Weder an mir selbst, noch auf meinem Weg vor mir.
Ich weiß nicht wo ich mich befinde, alles sieht gleich aus. Meine Sicht ist beschränkt.
Jeder der mir zu Nahe tritt wird von mir verletzt. Meine Kontrolle wurde von etwas anderem übernommen. Etwas dessen Ursprung nicht meiner gehört.

Mein Inneres schreit vor Schmerz, doch die Krankheit macht es ungehört. Es ist als würde in mir ein schwerer Kampf stattfinden, seit sehr langer Zeit. Alles Gute in mir wird unterdrückt.

Doch bin ich nicht soweit gekommen um nun aufzugeben.
Ich habe es versprochen.

Wenn du dem Bösen gegenüberstehst, versuche nicht es anzugreifen.
Ertrag seinen Schmerz, und es wird dich für unverwundbar halten.

Der Beginn

Ich habe viele Jahre nicht verstanden was es damit auf sich hat.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann fürchte ich mich vor mir selbst. Ich fürchte mich davor großes Unheil angerichtet zu haben, etwas sehr wichtiges aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben.
Doch glücklicherweise konnte ich ihr vertrauen schenken. Glücklicherweise hat sie mich nie fallen gelassen, wie sehr ich mich auch dazu strebte mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Wir haben alle Fehler gemacht. Doch der bedeutendste Fehler lag bei mir. Ich habe vergessen warum ich hier bin. Ich habe vergessen wer mir all das ermöglichte.

All die Jahre wehrte ich mich und suchte das Weite vor ihr. Ich suchte nach jener Wölfin die mir das Leben schenkte. Dabei war sie immer näher als ich vermutete. Sie war immer bei mir und sie hat niemals die Hoffnung an mir verloren.
Meine Mutter. Ich folgte den Ruf meiner Illusion, doch es war letztendlich nie mehr als das. Ich wusste nicht mehr wem ich glauben schenken sollte.

Jetzt habe ich es erkannt. Sie ist bei ihr. Sie lebt in ihr.

Danke dass du immer für mich da warst und mich nie aufgegeben hast.
Ich bin sehr stolz auf dich.

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Dein Fortschritt gepaart mit Illusion, verschafft dich fern von der Welt, doch bald zurück an den Anfang. Es liegt an dir, wann das geschehen wird.

Wach auf

Meine Gedanken sind geschwächt..
Ich bin weit gereist. Ich bin so schnell gerannt, ich nahm mir keine Pausen, ich legte mich nur kurz zur Ruhe. Ich war so vernarrt darin mein großes Glück zu finden, dass ich ganz vergaß wer ich überhaupt noch bin.
Ich vergaß viele, denen ich hätte zustehen sollen. Viele die mich brauchten und es wertschätzten in meiner Nähe zu sein.
Aber mein Leben hat mich weit davongetragen. Weit in die Ferne dieses Landes.
Ich habe viele steinige Wege, hölzerne Hürden und gar Berge überwunden, um hier zu sein wo ich nun stehe.
Mein Körper ist so weit gerannt, dass ich meinen Geist wohl auf dem Weg verloren haben muss.

Wenn ich in meinen Kopf schaue, sehe ich nur mich, wie ich in einem weißen leeren Raum stehe. Es ist ganz unnatürlich. Die Zeit vergeht hier sehr schnell und doch passiert nichts. Ich weiß nicht wohin ich soll, oder WAS ich tun soll. Bin ich hier gefangen?

Die Vorstellung alles hinter mir gelassen zu haben lässt meinen Kopf schmerzen.. Es kommen nur viele Fragen auf. Fragen die sich nur beantworten lassen, wenn ich weiter gehe.

Aber dafür.. müsste ich erst mal wieder wach sein..

WACH AUF KARN!
WACH AUF!

Ich kam zurück, um auf Wiedersehen zu sagen.

Ich vernahm den Geruch eines Neuanfangs. Es roch genauso wie in der Zeit als ich ein Welpe war. Ich weiß was das zu bedeuten hat.
Der Winter wurde überholt, und nun kehren die Vögel zurück. Stürme kündigten eine Säuberung des Landes an. Und nun ist es an der Zeit für mich, zu gehen. Mein wahres Leben beginnt erst jetzt.

Ich besuche meine Heimat. Ein sehr flaches Land, nur schwach geschmückt von Bäumen, einem Bach, und weit und breit kein Hügel in Sicht.

Für jeden Fleck an diesem Ort fallen mir Geschichten ein. Dinge die ich erlebt hatte.
Ich erinnere mich an die Zeit wie ich als Welpe in diesem Ort spielte. Wie ich hier zu jemanden anwuchs der versuchte das Leben kennenzulernen. Und letztendlich bildete ich mir dies nur ein.

Ich bereue es mein Leben hier nicht gut genug geschätzt zu haben, denn ich weiß, ich werde meine Heimat vermissen. Mit jedem Grashalm.

Ich dachte niemals dass es dazu kommen würde. Aber ich werde hier für eine lange Zeit nicht mehr sein. Ich weiß nicht wie lange, oder wann ich wieder kommen würde.
Ich weiß aber, dass ich es tun werde.

Ich liebe meine Heimat. Doch jetzt beginnt ein neues Leben für mich.

Ich kam zurück, um auf Wiedersehen zu sagen.

Dunkle Vergangenheit

Es gibt nichts was mich mehr am Leben erhält als die Liebe.

Ich habe den Schatten meiner Vergangenheit hinter mir gelassen. Ich habe versucht immer das Beste zu geben.
Aber ich fühle mich als würde es mich verfolgen. Als würde ich davor nicht wegrennen können was mich in der Vergangenheit quälte. Diesmal nicht, dafür bin ich nicht schnell genug.

Ich wollte alles geben, habe am Ende aber doch alles fallen lassen. Wie werde ich das wieder gut machen?
Es sieht zwar aus als würde es sich bessern.. Aber ich habe Dinge verloren, wichtige Dinge von Wölfen die mir viel bedeutet hatten. Vertrauen.

Ich bin zufrieden hier. Aber ich habe das Gefühl, dass mich meine Vergangenheit einholen könnte wenn ich nicht aufpasse. Das wenn ich alles verliere, wieder am Anfang starten werde. Am Beginn meiner Reise.

Ich werde dafür sorgen dass das nicht passiert.

Vielleicht werde ich bald einen gewissen Hintergrund in dieser Welt entdecken. Einen Felsen den ich überspringen kann und meine Vergangenheit da bleibt wo sie hingehört.

Hinter mir.