Fall, Schmerz und Ausdauer

Wie oft ist es mir nun schon passiert dass ich den falschen Schritt gemacht habe?
Wie oft ist es mir nun passiert dass ich ausgerutscht bin und mich verletzt habe?

Der Sumpf ist lebendig. Es verfolgt jeden meiner Schritte, und jeder Schritt ist ein Signal für die Umwelt. Gefällt dieser Schritt nicht, lässt es mich fallen, oder versinken.
Gut aufpassen bringt hier nicht viel, irgendwann erwischt der Schmerz doch einen. Ich kann mich kaum noch rühren ohne meine Wunden noch weiter aufzureißen. Im Wasser fühlt es sich an als würde es meine Haut zersetzen, es kämpft gegen mich.
Und ich weiß, dieser Sumpf will mich nicht hier haben.

Der Sumpf ist dunkel und nebelig, ich kann nicht sagen ob es Tag oder Nacht ist.
Im seichtem Wasser kann ich keinen meiner Schritte wahrnehmen. Es ist bis auf meine Schultern gestiegen, sodass ich gerade noch einen Boden erreichen kann. Meine Sicht ist begrenzt und ich könnte in jeder Sekunde selbst einfach vom Weltbild verschwinden. Untertauchen, und das wäre das letzte gewesen was man von mir gesehen hat.

Ich erklimme das nächstliegende Ufer, welches in mein Sichtfeld gelangt. Eine kurze Pause. Hinlegen, Augen schließen.
Erst als ich sie wieder öffne sehe ich dass dieses Ufer ist nicht sehr groß ist, dahinter geht es schon weiter. Nur noch mehr Wasser.

Wenn ich daran denke wieviel Schmerz ich hier erleide, macht mich das nur sauer. Ich bin es Leid überhaupt erst in diese Einöde gelangt zu sein. Ich hätte meinen Weg weiser wählen sollen. Aber das ändert nun nichts an der Tatsache dass ich hier bin. Ich muss nur weiter. Und irgendwie damit fertig werden.

Für einen kurzen Moment ist mir alles egal. Ich betrachte den leeren Himmel über mir.
Einerseits will ich einfach nur weiterleben, mehr sehen, versuchen irgendwie das Glück zu finden.
Andererseits will ich nur noch sterben. Endlich diese Qualen beenden. Diese Albträume, oder gar den Traum vom Glück. Was auch immer das sein soll.
Ich weiß nicht warum ich hier bin. Und es ist mir auch egal. Ich weiß nur dass ich einen Weg habe.

… Und diesen werde ich nicht meiden!

Aufstehen, weiter, durch das Wasser. Es brennt, schmerzt, aber es ist meine einzige Wahl jetzt. Einfach durch, ich werde das überleben, wenn ich will. Und das tue ich.

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