Das Tal

Ich entdecke zwischen den vielen alten Bäumen einen Spalt, Licht strahlt hindurch.
In aller Ehre verlasse ich den Wolf, ich danke ihm. Er hat mir Kraft gegeben.
Ich weiß nun wo ich hin gehöre, mein Weg führt mich weiter an ihm vorbei. Weiter in die Ewigkeit in welche ich mich bewege.
Ich renne auf die Lichtquelle zu, dabei werde ich etwas geblendet, da sich meine Augen noch an das Licht gewöhnen müssen. Mir ist klar geworden wer ich bin. Dass mein Weg mich immer weiter führt.
Während ich renne höre ich die Bäume an mir vorbeirauschen, ich werde schneller, ich gebe nicht mehr nach.

Abrupt bleibe ich an einem Felsrand stehen. Mir eröffnet sich ein rauer Gebirgstal, die Sonne geht gerade auf. Nur wenige Bäume, aber viel Felsen und Gras.
Langsam begebe ich mich die Felswand hinunter, ich spüre die Wärme der Sonne. Sie tut mir gut. Unten angekommen laufe ich zu einem Fluss um mir die Wunden auszuwaschen. Die Wunden werden bald verheilen, aber noch schmerzen sie. Sie sind nicht gerade klein, noch werden sie mich behindern.

Das Tal erinnert mich an vergangene Zeiten, an eine alte Heimat. Teils gute Erinnerungen, aber auch schlechte. Ich schaue ins Wasser und betrachte mein Spiegelbild. Ich erkenne mich wieder.
Ich schließe die Augen, atme tief durch und spüre wie der Wind durch mein Fell fegt.
Ich muss auf dem richtigen Weg sein. Denke ich jedenfalls.
Ich muss plötzlich husten, und ich sehe wie sich das Wasser rot verfärbt. Was ist mir bloß im Sumpf zugestoßen? Obwohl ich so fern davon bin, kämpft es immer noch gegen mich.

Ich steige wieder aus dem Wasser, schüttel es mir aus dem Fell heraus.
Da ist was! Schnell weiche ich zurück. Erst beim Sicherheitsabstand erkenne ich, dass es sich um eine Schlange handelt der ich ausgewichen bin. Sie gibt merkwürdige Geräusche von sich.
Ich habe erkannt, dass die Ranken der Vergangenheit einen schnell einholen können. Ehe man sich versieht ist man gefangen, und man verliert sich selbst in einer düsteren Welt. Man sagt, Schmerz ist vergänglich. Aber Erinnerungen sind ewig. „Man fühlt sich verfolgt von einer Verantwortung der man vielleicht aus dem Weg gegangen ist. Einem Versprechen dass man nicht halten konnte.“ Und dann bist du gefangen!
Ehrfürchtig mache ich einen großen Bogen um die Schlange, ich will sie nicht stören.

Ich laufe weiter den Fluss entlang, in Richtung Sonnenaufgang. Anstrengend für meine Augen.
Ich weiß nicht wirklich wohin ich gehe, aber ich muss weiter.
Das Flusswasser hat mich gut gestärkt für meine weitere Reise. Vielleicht ist die Reise das, was ich suche, oder brauche. Ich muss auf dem Weg bleiben, dann fühle ich mich richtig. Das hat er mir klar gemacht.
Ich werde diesen Wolf nie vergessen.

Hoffnung ist da, wo keine ist.
Was ist dann da, wo welche ist?

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