Die Kreise der Natur

Es ist warm. Ich höre ein Feuer flackern und knallen. Langsam öffne ich meine Augen, kurz sehe ich nur alles trüb.
Wo bin ich hier? Wie lange war ich fort? Meine Augen gewöhnen sich langsam an die Umgebung, ich sehe schärfer.

Da ist wirklich ein Feuer, ich befinde mich in einem dieser seltsamen Nester von Menschen, Stoffgebilde die wie Schnäbel nach oben gerichtet sind. Wie bin ich hier rein gekommen?
Da sitzt ein alter Mensch auf der anderen Seite des Feuers. Er hat einen Jüngling bei sich. Das Kind fängt an zu lachen als es mich erwachen sieht. Nun schaut auch der alte Mensch zu mir, er lächelt. Haben sie mir geholfen?
Ich schaue an mir runter, um mich herum wurde ein weißes Tuch gewickelt. Die Schmerzen sind zum größten Teil vergangen, ich blute nicht mehr. Wie haben sie das geschafft?

Das Kind steht auf und geht auf mich zu, ich klappe die Ohren ein um es zu warnen. Kurz bleibt es stehen fängt an zu lächeln, und geht weiter. Es setzt sich vor mich und legt erst seine Hand auf meine Seite. Was hat es vor? Langsam bewegt es den Kopf auch auf die Brust zu, mit dem linken Ohr voran. Es lächelt wieder als es meinen Körper abhört, der alte Mensch lächelt auch. Danach entfernt sich das Kind wieder zu dem Alten, sie reden miteinander.

Jetzt steht der alte Mensch auf und geht langsam auf mich zu. Er beugt sich vor mich und legt seine rechte Hand auf meine Stirn. Ich misstraue ihm nicht. Ich habe das Gefühl als würde ich gestärkt werden. So viele Gedanken fließen durch mich durch.

Es ist Zeit zu gehen, Karn.
Erschrocken schaue ich ihn an. Ich kenne diese Stimme! Wie kann ich seine Sprache verstehen? Er lächelt nur und nimmt kurz meinen Ohrring unter betracht. Er lässt wieder davon ab und spricht weiter.
Du kennst die Geister dieser Welt, du hörst sie sprechen. Du weißt wo du hin gehörst, geh dahin.
..Langsam richte ich mich auf und warte auf eine Antwort der Menschen. Der Jüngling bringt eine Schale vorbei, indem der Alte seine Finger hinein stülpt, und daraufhin sie über mein Gesicht streicht. In der Schale befindet sich nur eine rote Farbe.
Der Alte fängt an ein Lied zu singen, der Jüngling fängt daraufhin an zu lachen und zu tanzen. Der Alte schaut ihn freudig an, singt weiter und tanzt mit ihm.

Ich verlasse das Nest und schaue mich um. Hier sind überall Menschen mit weiteren Nestern, drumherum scheint ein Tannenwald zu sein. Ich atme neue frische Luft, ich sehe den Gebirgspass von dem ich kam.
Ich gehe durch die Menge, manche lächeln mich an und winken mir zu. Da sind einige Jünglinge miteinander am Spielen. Als sie mich entdecken rennen sie auf mich zu und streichen mir durchs Fell. Ich weiß nicht was sie tun, aber ich glaube nicht dass sie mich bedrohen. Da vorne ist auch ein Hund der mir eine freundliche Geste zuwirft.

Ich habe auch schon das Ende der Menschensiedlung erreicht, wo ein Mann auf mich zu warten scheint. Er ist genauso bemalt wie ich. Er nimmt einen Bogen und schießt einen Pfeil weit über den Tannenwald weg.
Ich zögere nicht lange und renne der Richtung nach, in den Tannenwald hinein.

Nur geradeaus.

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