Monatsarchiv: Juni 2014

Heilung

Ein junger Wald, erfüllt von Leben.
Die Vögel singen ihre ruhigen Lieder.
Die Sonne strahlt durch enge Spalten zwischen den Blättern hindurch. Das Licht verteilt sich wärmend über meinen Körper.
Der Wind weht durch mein Fell, streichelt sanft hindurch.
Ich wittere die Erde, mit all seinen Pflanzen, mit all dem Leben das es gibt.
Ich legte mich hier zur Ruhe, angelehnt an der harten doch wohl fühlenden Rinde einer Eiche.

Ich beobachte meine Umgebung. Sehe wie die Welt sich aufbaut.
Ich lausche dem Wind, der sich vom Laub der Bäume bemerkbar macht.
Ich sehe klar, wie die Insekten in der Ferne durch das goldene Sonnenlicht fliegen.
Der Geruch des Waldes und der Erde verspricht neues Wachstum.
Ich spüre das Leben, auf dem Boden wie auf den Höhen der Bäume.
Dieser Wald ist gesund und er lebt in Frieden.

Ich fühlte mich noch nie so bewusst in meiner Umwelt, es scheint als wäre ich noch nie wach gewesen.
Alles hat seine Wichtigkeit, jedes Wesen trägt eine Verantwortung.
Sowie dieser Wald von den vielen kleinen Wesen lebt, gibt es auch Leben zurück.
Wir sind ein Teil dieser Welt.

Ich bleibe hier bis es all meine Wunden heilt.

Dem Tod wohnt eine tragische Macht inne, unbezwingbar durch deine eigene Kraft.
Den Kampf zu beginnen, bedeutet den Kampf aufgeben zu müssen.
Auf dass du selbst die Ruhe deiner Seele finden magst, Wolf.

Der letzte Laut

Ich befinde mich in einer kalten, aber ebenen Umgebung. Ich kann in der Nähe die Eisplatten durch das Wasser fließen hören.
Vor mir befinden sich zwei große Felsbrocken.
Einen Blick gehoben, sehe ich eine weiße Schneedecke über das Land verteilt. Ich senke wieder meinen Kopf und arbeite weiter.
Hier ist es ruhig, ruhig genug um deinen eigenen Herzschlag zu hören.
Ich weiß noch nicht wohin ich will, mir missfällt der Gedanke auch nur einen Schritt weiter zu gehen.

Weiter ohne ihn.

Er, der mir am meisten in meinem Leben was bedeutete. Derjenige der mich mein Leben lang begleitet hat.
Jener, der mir viel Freude in meinem Leben schenkte und ich ebenso ihm.
Er, dem ich meine lebenslange Treue und Schutz geboten habe. Derjenige, dem ich am meisten Vertrauen schenken konnte.
Jener, der mir immer Hoffnung im Leben versprach.
Er, mein bester Freund und Bruder.

Ich ziehe seinen Körper in das Loch, welches ich für ihn gegraben habe.
Ein letzter Blick hinein…
„Machs gut, mein Freund…
Auf dass man sich bald wiederfinden wird, Timon…“

Den Kopf gehoben, heul ich auf.

Schweren Glaubens fülle ich das Loch wieder mit Erde aus.
Ich lege mich neben sein Grab.
Ich bin noch nicht bereit zu gehen.
Ich warte hier…

Dieser Beitrag ist Timon gewidmet, der am 4. Juni 2014 um 13:45 Uhr verstarb.
Er war mein treuer Hund seit ich sieben Jahre alt war. Er ist friedlich in meinen Armen eingeschlafen.
Für immer in Gedanken, bei deinem jetztigen wie auch alten Rudel, deinen Freunden und bei mir.
Ich liebe dich. Ich werde dich niemals vergessen.

Wir werden uns im Paradies wieder sehen.