Monatsarchiv: November 2014

Finsternis

Die Walddecke bietet nur wenig Schutz vor dem starken Regen. Es drückt einen beinahe zu Boden.
Es ist finster. Gelegentlich blitzt der Himmel auf, welcher schattenartige Kreaturen zwischen den Bäumen hervorhebt. Ich ignoriere ihre Präsenz und gehe meiner Wege.

Was mich in all meiner Zeit hierher geführt hat ist mir so klar, wie auch ein Rätsel. Ich empfinde Demut der Einsicht gegenüber, dass ich Fehler begangen habe und trotzdem bin ich ratlos, welchen Zweck ich zu erfüllen versuche.
Meine Reise setzte sich um tausende Schritte fort, doch was habe ich in all dieser Zeit gemacht? Habe ich mich verloren?
Wer bin ich?

Plötzlich vernehme ich ein agressives Knurren einer Kreatur. Noch bevor ich antworten kann springt es aus seinem Versteck direkt auf mich zu. Das Blitzen des Himmels gewährt mir Einblick auf seine Gestalt bevor es mich zu Boden wirft. Es ist ein schwarzer Wolf anomaler Natur.
Am Boden fest gedrückt, versucht er mir wild in die Kehle zu beißen. Ich halte ihn mit meinen Läufen fern vom Versuch. Mit jedem Biss nähert er sich seinem Ziel.
Ich warte den Moment ab. Ein Biss in die Schnauze, ein anschließender Tritt. Er gibt nach und nimmt Abstand.
Ich springe auf und horche durch die Dunkelheit, welche nur von dem Lärm des Regens untergeordnet wird.
Ein Blitz, ich sehe seine Gestalt.
Ich presche auf ihn zu, beiße mich in seinem Nacken fest. Jeder Zahn bohrt sich tief durch seine Haut. Der Wolf schwingt um, packt mich ebenfalls im Fell. Er beweist eine große Macht, es ist als würden seine Schmerzen ihn stärken. Wir drehen uns im Kreis, ich darf nicht die Kontrolle verlieren. Der Kampf hält sich für einige Momente an dem Punkt, bis wir beide loslassen.
Es folgt eine Reihe von gewaltigen Attacken.
Die Pfützen im schlammigen Boden nehmen die Farbe unseres Blutes an. Selbst der Regen scheint sie nicht mehr rein waschen zu können.
Er überlistet mich, wirft mich zu Boden. Noch bevor ich aufstehe, sehe ich dass er wieder angreift. Diesmal bin ich bereit.
Ich ducke unter seine Attacke durch und schnappe nach der tödlichen Schwachstelle. Ich schleudere ihn zu Boden, ich habe seine Kehle fest im Griff. Er ringt nach Luft.

Im aufleuchtenden Blitz sehe ich seinen Blick, seine blutroten wahnsinnigen Augen. Dieser Wolf ist entschlossen seiner Taten.
Und so, bin ich.

Das Knacken seines Genicks.
Blut strömt aus seiner Kehle.
Seine Augen hüllen sich ins Leere.

Ich lasse ab. Ich setze mich daneben.
Ich beobachte seinen sterbenden Körper.

Der Tod eines Dämons
erschafft seinen Nächsten.

To Become A Demon

Advertisements