Monatsarchiv: August 2015

Wasser

Es ist still.
Kein Rauschen des Windes.
Kein Laut eines Tieres.
Kein Herzschlag.

Ich fühle nichts.
Kein Boden unter mir.
Keine Emotion.
Es scheint als sei ich schwerelos.

Es ist dunkel.
Ich öffne meine Augen.
Doch dort ist nichts.
Nur das Schimmern der Sonne, flackernd, wessen Licht in der Dunkelheit verschlungen wird.

Ich lasse mich weiter fallen, in eine Richtung die ich noch nicht verstehe.
Ich bin so weit gekommen und doch habe ich so wenig gesehen.
Ich habe so viel gekämpft. Ich habe so viel Blut vergossen.
Es ist nun an der Zeit zu schlafen. Ich schließe meine Augen.
Es ist an der Zeit mich an meinem letzten Atemzug zu erinnern.

Es ist still.
Ich genieße die Ruhe.

Doch so sollte es nicht kommen.
Die Strömung des Flusses reißt mich mit.
Sie schleudert mich herum, ich habe jede Orientierung verloren.
Gelegentlich schleife ich über das Flussbett, pralle gegen Felsen, doch bremsen tut es mich nicht.
Ich mache mir nicht die Mühe dagegen anzukämpfen. Ich nehme den Schmerz nicht mehr wahr.

Der Fluss spült mich letztendlich ans Ufer, ich spüre wieder den Boden unter mir.
Ich erhebe mich mit zitternden Beinen, gehe ein paar Schritte ans Land. Ich atme mit starken Zügen, starre den Boden zu meinen Läufen an.
Blut tropft von meinem Körper. Jeder Tropfen verschwindet einzeln unter die Erde.
Ich fletsche meine Zähne. Mein Nackenfell und Schweif richten sich auf.
Ein tiefes hasserfülltes Knurren dringt aus meiner Kehle.

Es ist still.
Kein Rauschen des Windes.
Kein Laut eines Tieres.
Kein Herzschlag.

Du kannst mich nicht töten.

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